Die interessantesten Fragen in Vorstellungsgesprächen:

In meinen bisherigen Vorstellungsgesprächen sind mir gelegentlich sehr interessante Fragen gestellt worden, auf die ich mit deutlich mehr Zeit zum Nachdenken inzwischen folgendes antworten würde:

"Würden Sie den gleichen Job wieder ergreifen?"
"Die Berufswahl hängt sehr von dem Jahrzehnt ab, in das man geboren wird. Wenn ich zehn Jahre eher (1950) geboren worden wäre, dann wäre ich ein gutes Blumenkind geworden und würde heute immer noch Müsli im Nepal verkaufen. Zwanzig Jahre eher (1940), wäre ich sicherlich Raketenwissenschaftler geworden und wäre irgendwie an der Mondlandung beteiligt gewesen. 30 Jahre früher (1930), wäre ich als Kanonenfutter gestorben und längst vergessen gewesen. Zehn Jahre später (1980) wäre ich wahrscheinlich Walschützer geworden und würde heute immer noch versuchen, dicke Frauen zurück ins Meer zu rollen. Und wenn ich heute geboren worden wäre, dann würde ich Terraformer auf dem Mars werden wollen und einen ganzen Wüstenplaneten in einen großen, blühenden Garten verwandeln wollen. Aber als 1960 geborener, versuche ich EDV-Wüsten in blühende Gärten zu verwandeln."

"Was meinen Sie zur Klimakatastrophe?"
Fast alle Bereiche entwickeln sich exponentiell, es waren noch nie so viele Wissenschaftler und Forscher tätig wie heute. In zwei Jahren verdoppelt sich das Wissen der Menschheit, in zwanzig Jahren hat es sich schon vertausendfacht. Dann wird man über die Probleme nur lachen, über die wir uns heute den Kopf zerbrechen. Mit anderen Worten, wir müssen nur die nächsten zwanzig Jahre überstehen, ohne die Erde unbewohnbar zu machen, dann wird das Problem lösbar sein. Auf die nächste Eiszeit können wir nicht warten, die ist erst in 80.000 Jahren fällig.

"Wie sehen Sie die Zukunft?"
"überwiegend harmlos."

"Worüber können Sie sich richtig ärgern?"
"Früher hätte ich gesagt: nur über eigene Dummheit und anderer Leute Kleinkariertheit, aber vor einiger Zeit habe ich bei arte eine Dokumentation über Alzheimer gesehen, da habe ich mich richtig geärgert: darin kam der Verdacht auf, das Rheumapatienten weniger von Alzheimer befallen werden als normale Menschen. Und tatsächlich ergab eine Überprüfung, das sie sechsmal seltener daran erkranken. Die Vermutung ist, das es an dem überwiegend von Rheumapatienten eingenommenen Schmerzmittelwirkstoff Ibuprofen liegt, da aber dafür der Patentschutz abgelaufen ist, hat die Pharmaindustrie kein Interesse, diesen Zusammenhang zu untersuchen, da sich damit kein Geld mehr verdienen lässt. Mit anderen Worten: es gibt vermutlich einen zuverlässigen Wirkstoff gegen Alzheimer, der nicht erst mehr mühsam gefunden werden muss, er wird nur nicht näher untersucht, weil sich damit kein Geld mehr verdienen lässt. Für soetwas habe ich einfach kein Verständnis. 15 Millionen von Betroffenen könnte sofort geholfen werden!"

"Wie stehen Sie zum Small-Talk? "
"Gar nicht, ich mache einen großen Bogen drum."
"Das ist schade, die IT-Abteilung hat nämlich bei uns einen schlechten Ruf und wir suchen jemanden, der nicht nur roboterhaft zuverlässig hilft, sondern nebenbei auch nett mit den Mitarbeitern plaudert, damit sie in Zukunft eher anrufen und nicht versuchen selbst ihre Situation zu verschlimmbessern."
"Also wenn ich so im Geiste die etwa 20 Administratoren durchgehe, die ich bisher näher kennen gelernt habe, dann werden Sie so jemanden nicht finden. Wer sich freiwillig diesen Beruf ausgesucht hat, neigt eher zum Autismus als zur Schwatzhaftigkeit. Natürlich könnte ich mich dazu zwingen, 200mal am Tag über das Wetter zu reden, dann würde mir die Arbeit aber keinen Spass mehr machen. Ich habe statt dessen immer versucht, den Leuten zu erklären, was die Ursache ihres Problems ist, während ich es behoben habe. Dafür haben sich auch einige Kollegen bei mir bedankt, nur einige Vorgesetzte sind natürlich hartnäckig beratungsresistent. Bei denen bin ich dann zu beredtem Schweigen übergegangen."

Wird noch fortgesetzt...